Nach der Hochzeit
Das erste Weihnachten als Ehepaar: Traditionen finden, Familien vereinen, Geschenke wählen
Die Hochzeit ist vorbei, die Dankeskarten sind (hoffentlich) verschickt, und plötzlich steht das erste Weihnachten als Ehepaar vor der Tür. Bei uns kam die Frage «Wo feiern wir eigentlich?» im ersten Jahr schon Ende Oktober auf, und sie war schwieriger zu beantworten als gedacht. Zwei Familien, zwei Traditionen, zwei Vorstellungen davon, wie Weihnachten zu sein hat. Hier sind meine Notizen, die uns damals geholfen haben und die ich seither oft an Freundinnen weitergegeben habe.
Zuerst miteinander reden, dann mit den Familien
Bevor Sie mit Eltern und Schwiegereltern sprechen, lohnt sich ein ruhiger Abend zu zweit. Folgende Fragen haben uns geholfen:
- Was bedeutet Weihnachten für jeden von uns? Familie, Religion, gutes Essen, Ruhe?
- Welche Momente sind uns besonders wichtig, und auf welche könnten wir verzichten?
- Wie viel Zeit möchten wir mit den Familien verbringen, und wie viel für uns allein?
- Wie viele Kilometer und Zugfahrten sind an den Feiertagen realistisch?
Oft stellt sich heraus, dass für den einen der Heiligabend heilig ist, während der andere vor allem am Weihnachtstag mit der ganzen Verwandtschaft feiern möchte. Das ist eine gute Nachricht, denn dann lässt sich beides verbinden.
Modelle für die Feiertage
In unserem Freundeskreis haben sich vor allem drei Lösungen bewährt:
Aufteilen. Heiligabend bei der einen Familie, Weihnachtstag bei der anderen. Das funktioniert gut, wenn beide nicht zu weit auseinander wohnen. Bei uns waren es Bern und Solothurn, eine Zugfahrt am Morgen des 25. war kein Problem.
Abwechseln. Ein Jahr bei den einen, das nächste bei den anderen. Fair und planbar, braucht aber Verständnis von der Familie, die in diesem Jahr «leer ausgeht». Ein Besuch zwischen den Jahren oder ein gemeinsames Fondue im Januar entschärft das.
Selbst einladen. Manche Paare laden zum ersten Weihnachten beide Familien zu sich ein. Das ist ein schönes Zeichen und zeigt: Jetzt sind wir eine Familie. Es ist allerdings auch die aufwendigste Variante, vor allem in einer kleinen Wohnung.
Egal wofür Sie sich entscheiden: Teilen Sie es den Familien früh und gemeinsam mit. Am besten im November, damit alle planen können.
Eigene Rituale entwickeln
Das erste Weihnachten als Ehepaar ist eine wunderbare Gelegenheit, eigene Traditionen zu begründen. Sie müssen nicht gross sein. Ein paar Ideen:
- Ein eigener Adventskranz. Den ersten Adventskranz gemeinsam binden oder zusammenstellen, zum Beispiel mit Zweigen vom Spaziergang.
- Der gemeinsame Baumkauf. Jedes Jahr am gleichen Ort, vielleicht beim Bauern in der Nähe, mit einem Foto vor dem Baum. Nach ein paar Jahren entsteht daraus eine schöne Serie.
- Ein Weihnachtsabend nur zu zweit. Am 23. Dezember, bevor der Trubel beginnt: kochen, Musik, ein Brief ans andere.
- Ein Christbaumschmuck pro Jahr. Jedes Jahr kommt ein neues Stück dazu, das an etwas erinnert, das in diesem Jahr passiert ist.
- Die Hochzeitsfotos. Ein ausgewähltes Bild als Weihnachtskarte an die Gäste ist eine schöne Fortsetzung der Dankeskarte.
Geschenke im ersten Ehejahr
Nach der Hochzeit ist das Budget bei vielen Paaren etwas knapper. Wir haben uns damals eine Obergrenze gesetzt und bewusst auf Persönliches statt Teures geachtet. Wenn Sie Ihr Hochzeitsbudget noch einmal anschauen möchten, finden Sie in meinem Beitrag zum Hochzeitsbudget eine Übersicht der typischen Posten, die nach dem Fest manchmal noch nachkommen.
Ideen, die bei uns und Freunden gut angekommen sind:
- Ein Fotobuch der Hochzeit mit den schönsten Bildern und kleinen Anekdoten.
- Das Gelübde oder die Rede schön gestaltet und gerahmt.
- Ein gemeinsames Erlebnis: ein Wochenende in den Bergen, ein Kochkurs oder ein Konzert im neuen Jahr.
- Etwas Graviertes: das Hochzeitsdatum, die Koordinaten des Ortes, an dem Sie sich das Jawort gegeben haben, oder einfach beide Vornamen. Besonders passend zum ersten Weihnachten ist eine Christbaumkugel mit Gravur, wie man sie zum Beispiel bei iGravur bekommt. Sie hängt jedes Jahr am Baum und erinnert an das erste gemeinsame Fest als Ehepaar.
Denken Sie bei personalisierten Geschenken an die Lieferzeiten. Im Dezember brauchen viele Anbieter etwas länger, deshalb bestelle ich solche Dinge am liebsten bis Mitte November.
Und die Familiengeschenke?
Mit der Hochzeit wächst oft auch die Geschenkliste: Schwiegereltern, Schwager, Nichten und Neffen. Sprechen Sie mit beiden Familien ab, wie es gehandhabt wird. In vielen Familien gibt es ein Wichteln, in anderen beschenken sich nur die Kinder. Es hilft, wenn Sie als Paar gemeinsam schenken, statt dass jeder seine eigene Familie übernimmt. So lernen Sie die Traditionen des anderen kennen.
Wenn es nicht perfekt läuft
Das erste Weihnachten als Ehepaar wird selten genau so, wie man es sich vorgestellt hat. Vielleicht ist jemand enttäuscht, vielleicht verbrennt der Braten, vielleicht sind Sie nach drei Familienfesten einfach nur müde. Das ist normal. Notieren Sie sich nach den Feiertagen kurz, was gut war und was Sie im nächsten Jahr anders machen möchten. Bei mir steht das bis heute im gleichen Notizbuch wie die Hochzeitsplanung.
Meine kurze Checkliste
- Anfang November: zu zweit klären, wie Sie feiern möchten
- Mitte November: mit beiden Familien sprechen
- Bis Mitte November: personalisierte Geschenke bestellen
- Anfang Dezember: Weihnachtskarten mit einem Hochzeitsfoto verschicken
-
- Dezember: ein Abend nur für Sie zwei
Das erste Weihnachten als Ehepaar ist ein Anfang, kein Prüfstein. Sie haben noch viele Jahre Zeit, Ihren eigenen Weg zu finden.